Tag 1 - Freitag

Siggi, Janine und Steffen kommen in Hemmoor an. Der erste Weg führt sie in den Supermarkt, die Verpflegung muss sichergestellt werden. Der Vertreter der Ernährungspolizei Peter ist noch nicht da, also können noch schnell Hotdogs und eine Jahresration Carazza gekauft werden. Am Abend kommen Peter und die Scooter.

Tag 2 - Samstag

Ich packe, hole meine neue erste Stufe bei Schneider ab und fahre mit meinem 300 PS -Aufsitzrasenmäher nach Hemmoor. Als ich ankomme, blubbert das Risotto zufrieden im Topf vor sich hin und ich habe das Vergnügen, einem Debriefing mit dem Untertitel „Ein Tauchgang - 3 Betrachtungen“ beizuwohnen. Sigi erzählt „euphorisiert“ und „extrem gut gelaunt“ von seinem Rüttlerritt. Tiefenrausch schließt er aus; und das, obwohl er im Rüttlerkeller hinter verrosteten Eisenstangen den Weihnachtsmann gesehen hat. Nach dem leckeren Abendessen gibt es lustige Erinnerungen aus fernen Saunameisterzeiten. Ein unglaublich harter Job, wenn man bedenkt, was für gruselige Körper von alten Leuten man sich da gezwungenermaßen anschauen muss. Manche sogar schon über 40! Bah! Welkes Fleisch! Nach dem Essen legen wir uns vorsichtig aufs Sofa, um unsere Körper langsam daran zu gewöhnen. Die Sauna bleibt mit Rücksicht auf Siggis Trauma heute aus. Und dann ist es auch schon 20:25 Uhr. In einer Stunde und 35 Minuten dürfen wir endlich ins Bett gehen. Siggi feiert nach 22:00 Uhr noch ein bisschen alleine. Er ist ja noch jung.

Tag 3 - Sonntag

Zum Frühstück gibt es frische Brötchen, Spongebob und die Pinguine von Madagaskar Steffen hat seinen Internetstick mitgebracht. Der Stick und mein Netbook verstehen sich super. Tage ungebremsten Surfvergnügens liegen vor uns. Sigi macht seinen Abschiedstauchgang am Flieger, weil man da so schön am Propeller drehen kann. Ich quäle mich in den Tauchanzug, um dann am Einstieg festzustellen, dass die neue erste Stufe abperlt. Zu kurz im Wasser, als dass der Computer angesprungen wäre, aber lang genug, um zu merken, dass 1 Grad doch recht frisch ist. Sigis Zug nach Hause fährt heute um 13:40 Uhr. Kein Grund zu überzogener Hektik. Um 13:15 ist locker noch genug Zeit für eine Viertelstunde Fernsehvergnügen, Sachen packen und den Bahnhof in Hemmoor suchen. Sonntagnachmittag ist Scooterzeit, aber wissen das auch die Scooter? Der eine brummt ein letztes Mal und versagt bei Wasserkontakt seinen Dienst. Nun muss ein Scooter für zwei Taucher ausreichen. Die Strecke von der eins zum Rüttler und zurück geht ordentlich in die Oberarme. Abends ist Bastelstunde: Eine spezielle Scootertrockenvorrichtung wird gebaut und Peter darf endlich wieder föhnen.

Tag 4 - Montag

Ich wage erneut einen Tauchversuch. Diesmal vereist der Oktopus bei Wasserkontakt. Nass geworden bin ich wieder; getaucht wieder nicht. Auch gut. Muss ich den Tag eben mit schlafen und surfen verbringen. Manchmal ist die Internetverbindung recht langsam, aber wenn einer den Stick hochhält, geht’s wohl. Schocker des Tages: Die Nippons sind alle. Weisheit des Tages: Wer schlecht singt, ist gut im Bett Und gute Nacht! Vorsichtshalber schlafe ich mit dem iPod auf den Ohren.

Tag 5 - Dienstag

Janines Arbeitskollege Michael kommt. Süß, die beiden schwarzen Tauchersmarts vor dem Haus. Vor seinem ersten Tauchgang übt Michael noch schnell das Verhalten bei Vereisung. Dabei kommt der Verdacht auf, dass er entweder auf Janines Arbeitsplatz scharf ist, oder aber unbedingt eine Hauptrolle in Peters Lehrfilm für die Tauchausbildung spielen möchte. Im Haus ist alles beim alten. Die Sofakissen sind inzwischen eine feste Verbindung mit meinem Körper eingegangen und was Steffen und mich heute bewegt ist: Wie lautet eigentlich der Plural von Imbus. Erkenntnis des Tages: Imbus heißt eigentlich Inbus und ist die Ankürzung für „Innensechskant Bauer und Schaurig“. Puh, wieder was gelernt. Der Tag war nicht sinnlos. Danke, Wikipedia! Danke, Internet! Abends gibt's „I am legend“. und wir treten eine Informationslawine los, indem wir unsere eindrucksvollsten Eisfotos nach Wuppertal mailen. Dort werden sie in den Tauchshops quasi unterm Ladentisch weiterverteilt. Wuppertal steht Kopf.

Tag 6 - Mittwoch

E3: Like ice in the sunshine, like ice in the sunshine,... Erkenntnis des Tages: 7 Minuten Dekostopp können ganz schön lang sein, wenn die Handschuhheizung versagt. Am Nachmittag entdeckt Steffen die Sofaecke, in der das iPhone den besten Empfang hat (fast so gut wie im Marktkauf). Ich habe einen Ruhepuls von 20 erreicht und alle machen sich Sorgen wegen meines erhöhten Thrombose-Risikos. Schocker des Tages: Das weiße Gold ist aus.

Tag 7 - Donnerstag

Steffen versucht sich heute auch im Extreme-Couching. Hoffentlich hält er den ganzen Tag durch. Am Nachmittag reisen Micha und Beate mit dem Zug an. Micha hat zur Sicherheit seine Tauchausrüstung zu Hause gelassen. Das Couchen soll nicht durch Tauchgänge unterbrochen werden. Am Abend stehen wir alle Spalier, denn: der Präsipanzer rollt an. Erkenntnis des Tages: Im Marktkauf gibt es Toilettenpapier mit Orange-Vanille-Duft. Bei uns jetzt auch. Abends gucken wir Ice Age, denn dass ist nicht so brutal. Angst bekommen wir erst später, als Porno-Peter in seinem Retro-Bademantel langsam die Treppe herabschreitet... ein Saunaabend. Gut, dass Siggi das nicht mehr mit ansehen muss.

Tag 8 - Freitag

Heute kommen Susanne und Bernd. Steffen deklariert seine Internetsucht als aktiven Umweltschutz, denn „Bücherleser sind Regenwaldmörder“. (Übrigens: Toilettenpapier wird auch nicht aus schnell nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.) Am Abend gibt es „Schnee-Grillen“ und unsere Biorhythmen haben sich umgestellt. Wir können jetzt schon problemlos bis halb zwölf wach bleiben.

Tag 9 - Samstag

Steffen, Janine, Peter und Reinhold salutieren dem Rüttler „Goodbye“ und es wird der Entschluss gefasst, beim nächsten Hemmoor-Besuch den Flieger zu putzen. Reinhold ist zu Recht unser Präsi: 35 Minuten müssen die Trockentaucher aushalten, bis Reinhold im halbtrockenen endlich „kalt“ anzeigt. Steffen hat heute eine Entdeckung gemacht, die ihn bis in den Schlaf verfolgt. Er träumt in dieser Nacht von Doppel 15 mit Backplate.

Tag 10 - Sonntag

Wie jedes Jahr gibt es Frühstück bei Fritsche und wie jedes Jahr haben die Mettstückchen Gulaschgröße... Ich muss mich so langsam von meinem neuen lieb gewonnenen Freund, dem Sofa, verabschieden. Mein Puls schnellt kurzzeitig auf 190 als ich bemerke, dass Steffen mit dem Internetstick abgereist ist. Meine Gedanken kreisen nur noch um das böse Wort: Offline!!!

Tag 11 - Montag

Wir Verbleibenden packen unseren Kram und stecken die vergessenen Sachen von Janine und Steffen in ein Übersee-Pelicase. Ab nach Hause.

Aschermittwoch

Peter bringt die Scooter zurück und pünktlich bei Rückgabe schnurren beide wieder wie die Kätzchen.

 

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